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In
diesen frühen Zeiten war von Massentourismus noch keine Spur. Heringsdorf in Vorpommern
war ein Luxuskurbad der Berliner und Stettiner Elite, die sich die Türklinke hier nacheinander in die Hand gab und
eine Villa nach der anderen errichtete. Als prominenteste Besucher hielten sich
Johann Strauß, Thomas
Mann, Lyonel Feininger, Kurt Tucholsky, Theodor Fontane, König Friedrich Wilhelm IV von Preußen
und Kaiser Wilhelm II im Seebad Heringsdorf auf. Der letzte deutsche
Kaiser war ein besonders häufiger Gast, denn er ließ es sich nicht nehmen,
einmal jährlich die verwitwete Kommerzienrätin Staudt in Heringsdorf
zu besuchen, um mit ihr daselbst Tee zu trinken.
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1922
zählte ebenfalls der
russische Schriftsteller Maxim Gorki zu den Gästen des Seebads
Heringsdorf. Auf Anraten Lenins sollte er sich in der Villa Irmgard von einer Tuberkuloseerkrankung
erholen. Keine Ahnung,
wer ihn geärgert hatte, aber im Seebad ließ er sich zu der
Äußerung hinreißen, dass die Deutschen in der Masse schwer zu
ertragen seien. Wie dem auch sei, man hat ihm diese Äußerung
zumindest nicht in Heringsdorf übel genommen: Das
Museum
für Literatur und Regionalgeschichte
in der Villa Irmgard ist nämlich unter anderem eine Gedenkstätte für den einstigen
berühmten Gast, dessen Zimmer noch weitgehend im Originalzustand
erhalten sind.
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